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Chronik der Trachtengruppe Löffingen

Anno 1928 taten sich vier sangesfreudige junge Männer aus Löffingen zu einem Gesangsquartett zusammen. Julius Limb griff in die Saiten, Albert Benitz, Fritz Seilancht und Hermann Ganter sangen zum eigenen Spaß und zur Freude ihrer Mitmenschen fröhliche Lieder. Was lag näher, als dieses Quartett mit Trachten nach dem Bild eines Baaremer Bauern auszustaffieren. Schwarze Halbschuhe, weiße Strümpfe, schwarze knielange Latzhose, rote Weste, blauer Tuchmantel rot gefüttert und grauer Zylinder gaben den stattlichen Männern das Aussehen eines selbstbewussten, wohlhabenden Löffinger Bauers.

Anfang der 30er Jahre lebte in Löffingen der Fremdenverkehr auf. Man musste etwas tun zur Unterhaltung der Gäste. So wurde Engelbert Müller mit der Gründung einer Tanz- und Unterhaltungsgruppe beauftragt. Es sollten Begrüßungs- und Abschiedsveranstaltungen aufgezogen werden. Er warb also Mitglieder und fand einige Gleichgesinnte.

Es taten sich folgende Tanzpaare zusammen:

Josefa Gebert - Engelbert Müller
Carla Auer - Karl Beha
Das Ehepaar Wilhelm und Frieda Fehrenbach
Lina Rosenstiel und Josef Wölfle

Fünf Tänze wurden eingeübt. Fritz Adrion und seine Frau Rosa waren die Tanzmeister. Die Tanzabteilung der Stadtmusik spielte dazu auf. Bis zum Sommer 1935 war die Gruppe auftrittsbereit.

Als Gesangstrio traten auf:

Josefa Mayer, Maria Sattler und Hermine Strobel.

Sie ernteten reichen Beifall des Publikums. Die Veranstaltungen fanden im Gebertsaal statt. In jedem Winter wurde fleißig geübt und folgende Tänze wurden vorgeführt:
Rheinländer, Wechselrheinländer, Polka, Mazurka, Galopp, Schwarz-waldmädel, Mühle im Schwarzwald und „Sixte wohl, da kimmt er. Natürlich durfte der Feldbergrutscher nicht fehlen.

Der zweite Weltkrieg lähmte natürlich auch das Leben in der Trach-tengruppe. Wilhelm Fehrenbach durfte seine geliebte Heimat nicht wieder sehen, er ist im Osten gefallen.

Uhrmacher Wilhelm Maier war es, der nach dem Krieg die Gruppe zu neuer Aktivität aufrief. Der Fremdenverkehr belebte sich wieder. Engelbert Müller übernahm erneut die Gruppe. Junge Paare übernahmen und übten die Tänze der Alten zur Freude der Kurgäste.

Bis 1957 tanzten und sangen:

Josefa Mayer - Engelbert Müller
Anna und Albert Benitz
Gertrud und Hermann Geisinger
Emmi Maier und Oswald Laufer

Doch die Folgen des Krieges und die Jahre machten sich bemerkbar. Die älteren Jahrgänge wurden müde, es fehlte an Nachwuchs. Also ging man daran eine Kindertrachtengruppe einzuüben. Was lag näher, als Dieter Vierlinger zu holen. Ihn hatte schon Hermann Kirner als kleinen Buben in einem Koffer auf die Bühne gebracht. Dieter jodelte zu seiner Gitarre und brachte die Zuschauer in Stimmung. Oberlehrerin Waltraud Klose leitete das muntere Häuflein zwei Jahre, bis 1959/60 Siegfried Dieterle die Regie übernahm. Ihm genügte es nicht, nur mit Kindern aufzutreten. Auf seine Entscheidung „entweder es finden sich wieder einige Erwachsene, die die Tradition weiterführen, oder wir hören ganz auf, erklärten sich spontan einige Frauen bereit. Sie überredeten zwei Männer, die schon früher in der Gruppe mitgewirkt haben.

So waren es wieder vier Tanzpaare:

Lisbeth Isele, Olga Streit, Hildegart Beha, Emma Selb, Walter Selb,
Karl Koch jun., Dieter Vierlinger und Siegfried Dieterle.

Die Begrüßungsabende im „Ochsen und der „Linde fanden immer größeres Interesse, doch bald wurden die Lokale für die Auftritte zu klein, zumal laufend neue Mitglieder hinzukamen. Aus ursprünglich vier Tanzpaaren wurden neun. Deshalb rang man sich in Zusammenarbeit mit der Stadtmusik dazu durch, die Heimatabende in die Festhalle zu verlegen. Das war 1964 ein Wagnis, aber es glückte.

In den folgenden Jahren unternahm die Gruppe viele Ausflüge, wie ins benachbarte Frankreich. Zu einem großen Erlebnis wurde 1966 die Fahrt nach Kerkrade/Holland zum Welt-Musik-Concours, an dem die Stadtmusik teilnahm, und die Trachtengruppe das Bild abrundete. Diese Begegnungen waren ein echtes Stück Völkerverständigung, denn die Löffinger Trachtler sangen, spielten und tanzten sich in die Herzen der Menschen hinein.

Aus gesundheitlichen Gründen musste 1968 Siegfried Dieterle seine geliebte Trachtengruppe aufgeben. Dieter Vierlinger war der richtige Nachfolger. Er hatte schon von Kindheit an wesentlich zu den Erfolgen der Gruppe beigetragen, und blieb bis 1999 der 1. Vorsitzende unseres Vereins. Eberhard Müller förderte vor allem die Kinder- und Jugendgruppe. Diese gewann immer mehr an Bedeutung.

So konnte 1975 mit einem großen Fest das 40-jährige Jubiläum der Trachtengruppe Löffingen gefeiert werden. Hierbei entstand auch eine langjährige Freundschaft mit der Trachtengruppe Lana aus Südtirol. Ebenfalls mit Festzelt und großem Umzug feierte der Verein 1985 sein 50-jähriges Bestehen, wo wiederum Kontakte geknüpft wurden, wie z.B. mit der Volkstanzgruppe Klippan aus Südschweden.

Zusammenfassung und Höhepunkte

1935   Gründung unseres Vereins
1966   Fahrt nach Kerkrade - Holland
1975   40jähriges Vereinsjubiläum
1977   Wir fahren zu unseren Freunden nach Lana - Südtirol
1982   Reise nach Griechenland
1984   Wir fahren nach Capljina - Jugoslavien
1985   50jähriges Vereinsjubiläum
1986   Wir besuchen unsere Tanzfreunde in Klippan - Schweden
1987   Besuch aus Haverfordwest - England
1988   Unsere Freunde aus Klippan - Schweden besuchen uns
1993   Wir reisen zur unseren Freunden nach Haverfordwest - Wales
1995   60jähriges Vereinsjubiläum
1998   Fahrt zum 40jährigen Jubiläum unserer Freunde nach Lana -            Südtirol
2000   Seit dem 8. August sind wir ein eingetragener Verein
2001   Unsere Freunde aus Haverfordwest kommen uns besuchen
2002   Nun fahren wir nach Haverfordwest auf Gegenbesuch
2003   Wir bekommen Besuch von unseren Freunden aus Klippan -            Schweden
2006   Unser Verein besucht die Folksdanslag Klippan - Schweden
2008   Wir besuchen unsere befreundete VTG-Lana in Südtirol,
           anläßlich deren 50 jährigen Vereinsjübiläums
2009   Gegenbesuch der VTG-Lana bei uns in Löffingen
2010   Wir feiern unser 75 jähriges Jubiläum, mit Gästen aus
           Gecsapáti in Ungarn


Auch heute ist der Verein immer offen für neue Freundschaften, und es wird stets unser Ziel sein, altes Brauchtum zu pflegen und das Volkslied über diese multimediale Zeit hinüberzuretten. Das ist und bleibt der Sinn und die Aufgabe unserer Trachtengruppe.

 

 

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